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Lichtlexikon – Dein Ratgeber für moderne Beleuchtung

Willkommen im Lichtlexikon von STM-Licht.de! Hier findest du verständliche Erklärungen zu Licht und Beleuchtung – von Farbtemperatur bis Ambientelicht. So erhältst du kompaktes Wissen, um die passende Beleuchtung auszuwählen.

Tipp: Du kannst auch ähnliche Begriffe oder Schreibweisen eingeben, zum Beispiel „warmweiss“, „spritzwasser“ oder „dali dimmen“.

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Lichtplanung nach DIN EN 12464

Lichtplanung nach DIN EN 12464-1 – normgerechte Beleuchtung für Arbeitsplätze

Die DIN EN 12464-1 beschreibt Anforderungen an die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen. Sie ist wichtig, wenn Du Büros, Schulen, Werkstätten, Lager, Verkaufsflächen oder andere Arbeitsbereiche fachgerecht beleuchten möchtest. Im Mittelpunkt stehen nicht nur helle Räume, sondern eine Beleuchtung, die zur jeweiligen Sehaufgabe passt.

Eine gute Lichtplanung berücksichtigt deshalb Beleuchtungsstärke, Blendungsbegrenzung, Gleichmäßigkeit, Farbwiedergabe, Lichtverteilung, Reflexionen im Raum und den Einfluss von Tageslicht. Ziel ist eine Beleuchtung, mit der Du sicher, konzentriert und angenehm arbeiten kannst.

Lichtplanung nach DIN EN 12464

Was regelt die DIN EN 12464-1?

Die Norm legt fest, welche lichttechnischen Anforderungen für bestimmte Räume, Tätigkeiten und Sehaufgaben gelten. Entscheidend ist dabei nicht einfach die hellste Leuchte, sondern die passende Kombination aus Lichtmenge, Lichtqualität und Sehkomfort.

Wichtige Werte der Lichtplanung nach DIN EN 12464-1

Die folgende Übersicht zeigt Dir die wichtigsten Kriterien, die bei einer normgerechten Lichtplanung nach DIN EN 12464-1 berücksichtigt werden sollten. Die konkreten Anforderungen hängen immer von Raum, Sehaufgabe und Nutzung ab.

Kriterium Bedeutung Warum wichtig? Beispiel / Hinweis
Beleuchtungsstärke Gibt an, wie viel Licht auf einer Fläche ankommt. Die Einheit ist Lux. Sie sorgt dafür, dass Arbeitsflächen ausreichend hell sind. Büroarbeitsplätze werden häufig mit ca. 500 Lux geplant.
UGR-Wert Beschreibt die empfundene Blendung durch Leuchten. Ein niedriger UGR-Wert verbessert Sehkomfort und Konzentration. Für viele Bildschirmarbeitsplätze wird häufig UGR ≤ 19 verwendet.
Gleichmäßigkeit Beschreibt, wie gleichmäßig das Licht im Arbeitsbereich verteilt ist. Starke Hell-Dunkel-Unterschiede belasten die Augen. Wichtig bei Büros, Schulen, Werkstätten und Verkaufsflächen.
Farbwiedergabe Der CRI- oder Ra-Wert zeigt, wie natürlich Farben unter dem Licht wirken. Wichtig, wenn Farben, Materialien oder Oberflächen richtig erkannt werden müssen. Für viele Arbeitsbereiche ist eine gute Farbwiedergabe sinnvoll, z. B. Ra ≥ 80 oder höher.
Wartungswert Beschreibt den Lichtwert, der während der Nutzung nicht unterschritten werden soll. Leuchten verlieren mit der Zeit Lichtstrom und können verschmutzen. Die Anlage wird so geplant, dass sie auch langfristig ausreichend Licht liefert.
Arbeitsbereich Der Bereich, in dem die eigentliche Sehaufgabe stattfindet. Hier müssen die Anforderungen besonders genau eingehalten werden. Zum Beispiel Schreibtisch, Werkbank, Kassenzone oder Prüfplatz.
Umgebungsbereich Der Bereich direkt um den Arbeitsbereich herum. Er verhindert zu starke Helligkeitsunterschiede im direkten Blickfeld. Wichtig für angenehmes Arbeiten ohne ständige Anpassung der Augen.
Tageslicht Natürliches Licht über Fenster, Oberlichter oder Glasflächen. Es kann Sehkomfort verbessern und Energie sparen. Ideal in Kombination mit Sensoren oder Lichtmanagementsystemen.
Lichtverteilung Beschreibt, wohin und wie breit eine Leuchte ihr Licht abgibt. Sie beeinflusst Blendung, Schatten, Gleichmäßigkeit und Raumwirkung. Je nach Raum können direkte, indirekte oder breitstrahlende Leuchten sinnvoll sein.

Typische Richtwerte für Arbeitsbereiche

Die konkreten Werte hängen immer von Raum, Tätigkeit und Sehaufgabe ab. Für viele Büroarbeitsplätze wird häufig mit 500 Lux und einem UGR-Wert von höchstens 19 geplant. In Verkehrswegen oder Lagern können niedrigere Werte ausreichen, während feinere Montage-, Prüf- oder Kontrollarbeiten deutlich höhere Beleuchtungsstärken benötigen können.

  • Büroarbeitsplätze: häufig 500 Lux, gute Blendungsbegrenzung und geeignete Bildschirmarbeitsplatzbeleuchtung.
  • Klassen- und Schulungsräume: gleichmäßige Beleuchtung für Tische, Tafeln und Präsentationsflächen.
  • Lager und Verkehrsflächen: sichere Orientierung, ausreichend Licht auf Wegen, Regalen und Arbeitszonen.
  • Industrie und Montage: je nach Sehaufgabe oft höhere Beleuchtungsstärken und gute Farberkennung.
  • Verkaufsflächen: ausgewogene Kombination aus Grundbeleuchtung, Akzentlicht und guter Farbwiedergabe.

Warum sind UGR, CRI und Gleichmäßigkeit so wichtig?

Viel Licht allein reicht nicht aus. Wenn Leuchten blenden, Schatten ungünstig fallen oder Farben verfälscht wirken, kann ein Arbeitsplatz trotz hoher Lux-Werte unangenehm oder unsicher sein. Deshalb betrachtet die DIN EN 12464-1 mehrere Qualitätsmerkmale gleichzeitig.

Der UGR-Wert hilft dabei, störende Blendung zu bewerten. Die Farbwiedergabe ist wichtig, wenn Farben, Materialien oder Oberflächen richtig erkannt werden müssen. Eine gute Gleichmäßigkeit sorgt dafür, dass Deine Augen nicht ständig zwischen sehr hellen und sehr dunklen Bereichen wechseln müssen.

Lichtplanung in der Praxis

Bei einer professionellen Planung wird zuerst geprüft, welche Sehaufgabe im Raum stattfindet. Danach werden Arbeitsbereich, unmittelbarer Umgebungsbereich und Hintergrundbereich betrachtet. Auch Raumhöhe, Reflexionsgrade, Möblierung, Bildschirmpositionen, Tageslicht und mögliche Blendquellen spielen eine Rolle.

Für größere Projekte werden häufig Beleuchtungsberechnungen eingesetzt. So lässt sich vor der Montage prüfen, ob die geplanten Leuchten die geforderten Werte erreichen. Moderne Lichtmanagementsysteme können zusätzlich helfen, Tageslicht zu nutzen, Energie zu sparen und das Licht an Anwesenheit oder Nutzungszeiten anzupassen.

DIN EN 12464-1 und ASR A3.4

Für Arbeitsstätten in Deutschland solltest Du die DIN EN 12464-1 nicht isoliert betrachten. Zusätzlich ist die ASR A3.4 wichtig, weil sie Anforderungen an Beleuchtung und Sichtverbindung im Rahmen des Arbeitsschutzes konkretisiert. In der Praxis werden deshalb häufig Norm, Arbeitsstättenregeln und die konkrete Nutzung des Arbeitsplatzes gemeinsam betrachtet.

Häufige Fehler bei der Lichtplanung

  • Es wird nur auf Lumen geachtet, aber nicht auf Lichtverteilung, Blendung und Gleichmäßigkeit.
  • Der Wartungswert wird vergessen, obwohl Leuchten mit der Zeit Lichtstrom verlieren können.
  • Bildschirmarbeitsplätze werden ohne ausreichende Blendungsbewertung geplant.
  • Tageslicht, Fensterflächen und Reflexionen im Raum werden nicht ausreichend berücksichtigt.
  • Es werden Leuchten mit unpassender Lichtfarbe oder zu geringer Farbwiedergabe eingesetzt.

Fazit: Normgerechtes Licht ist mehr als Helligkeit

Die DIN EN 12464-1 ist eine wichtige Grundlage für professionelle Beleuchtung in Arbeitsstätten. Sie hilft Dir, Licht nicht nur hell, sondern auch blendarm, gleichmäßig, farbtreu und passend zur Tätigkeit zu planen. Wenn Du Arbeitsplätze modernisieren oder neu ausstatten möchtest, solltest Du deshalb nicht nur auf Watt und Lumen achten, sondern auf eine durchdachte Kombination aus Leuchte, Lichtverteilung, Steuerung und Raumwirkung.


FAQ zur Lichtplanung nach DIN EN 12464

Was bedeutet Lichtplanung nach DIN EN 12464?

Lichtplanung nach DIN EN 12464 bedeutet, dass Beleuchtung nicht nur nach Helligkeit geplant wird. Entscheidend sind auch Sehkomfort, Blendungsbegrenzung, Farbwiedergabe, Gleichmäßigkeit und die passende Beleuchtungsstärke für die jeweilige Tätigkeit. Für Arbeitsstätten in Innenräumen ist besonders die DIN EN 12464-1 relevant.

Gilt die DIN EN 12464-1 für alle Arbeitsplätze?

Die DIN EN 12464-1 gilt für Arbeitsstätten in Innenräumen. Dazu zählen zum Beispiel Büros, Schulen, Werkstätten, Lager, Verkaufsflächen, Produktionsbereiche und viele weitere Innenräume mit Arbeitsplätzen. Für Arbeitsplätze im Freien gibt es mit DIN EN 12464-2 einen eigenen Normenteil.

Welche Werte sind bei der DIN EN 12464 besonders wichtig?

Besonders wichtig sind Beleuchtungsstärke in Lux, UGR-Wert zur Blendungsbegrenzung, Gleichmäßigkeit, Farbwiedergabe, Wartungswert und die passende Lichtverteilung. Zusätzlich spielen Raumhelligkeit, Wand- und Deckenaufhellung, Schattenbildung und Tageslicht eine wichtige Rolle.

Wie viel Lux braucht ein Büroarbeitsplatz nach DIN EN 12464?

Für viele Büro- und Bildschirmarbeitsplätze wird häufig mit 500 Lux geplant. Zusätzlich ist eine gute Blendungsbegrenzung wichtig, meist mit einem UGR-Wert von höchstens 19. Der genaue Wert hängt aber immer von Sehaufgabe, Raum, Bildschirmposition, Tageslicht und Nutzung ab.

Was bedeutet Wartungswert bei der Lichtplanung?

Der Wartungswert beschreibt die Beleuchtungsstärke, die während der Nutzung nicht unterschritten werden soll. Da Leuchten mit der Zeit Lichtstrom verlieren und Räume oder Leuchten verschmutzen können, wird bei der Planung meist ein höherer Anfangswert angesetzt. So bleibt die Beleuchtung langfristig normgerecht.

Was bedeutet UGR bei normgerechter Beleuchtung?

UGR steht für Unified Glare Rating und beschreibt die psychologische Blendung durch Leuchten. Je niedriger der UGR-Wert, desto geringer ist die empfundene Blendung. Für Büro- und Bildschirmarbeitsplätze wird häufig UGR ≤ 19 verwendet, damit konzentriertes Arbeiten angenehmer möglich ist.

Ist die DIN EN 12464 gesetzlich verpflichtend?

Die DIN EN 12464 ist eine wichtige anerkannte Norm für die fachgerechte Lichtplanung. Für Arbeitsstätten in Deutschland ist zusätzlich die ASR A3.4 wichtig, weil sie Anforderungen an Beleuchtung und Sichtverbindung im Arbeitsschutz konkretisiert. In der Praxis sollten DIN EN 12464-1 und ASR A3.4 gemeinsam betrachtet werden.

Welche Leuchten eignen sich für eine Lichtplanung nach DIN EN 12464?

Geeignet sind Leuchten, deren Lichtleistung, Abstrahlwinkel, Blendungsbegrenzung, Farbwiedergabe und Lichtverteilung zur jeweiligen Aufgabe passen. Für Büros werden häufig blendungsarme LED-Panels, Pendelleuchten, Rasterleuchten oder lineare Leuchten eingesetzt. Für Industrie, Lager und Verkauf können andere Lichtverteilungen und höhere Beleuchtungsstärken erforderlich sein.

Warum reicht eine hohe Lumenangabe allein nicht aus?

Eine hohe Lumenangabe sagt nur aus, wie viel Licht eine Leuchte insgesamt abgibt. Für eine gute Lichtplanung ist aber entscheidend, wo dieses Licht ankommt, ob es blendet, wie gleichmäßig es verteilt ist und ob Farben natürlich wirken. Deshalb sind Lux-Wert, UGR, Lichtverteilung und Farbwiedergabe genauso wichtig wie die reine Lumenangabe.

Wann sollte eine professionelle Lichtberechnung erstellt werden?

Eine professionelle Lichtberechnung ist sinnvoll, wenn Arbeitsplätze, Büros, Verkaufsflächen, Schulen, Lager oder Produktionsbereiche zuverlässig normgerecht beleuchtet werden sollen. Sie zeigt vor der Montage, ob Beleuchtungsstärke, Gleichmäßigkeit, Blendungsbegrenzung und Leuchtenpositionen zur geplanten Nutzung passen.