Bürobeleuchtung
Bürobeleuchtung einfach erklärt: Lichtkonzept für den gesamten Büroraum
Bürobeleuchtung bezeichnet das gesamte Lichtkonzept eines Büros. Dazu gehören nicht nur die Arbeitsplätze, sondern auch Besprechungsbereiche, Empfang, Verkehrsflächen, Kommunikationszonen sowie das Zusammenspiel von Tageslicht und künstlicher Beleuchtung.
Eine gute Bürobeleuchtung betrachtet deshalb den Raum als Ganzes. Beleuchtungsstärke, Blendungsbegrenzung, Lichtverteilung, Farbwiedergabe, Lichtfarbe, Tageslicht und zeitliche Lichtschwankungen müssen zur Nutzung der einzelnen Bereiche passen. Die konkrete Beleuchtung von Schreibtisch und Bildschirm wird dagegen unter Arbeitsplatzbeleuchtung vertieft.
Was bedeutet Bürobeleuchtung?
Bürobeleuchtung umfasst die Planung und Abstimmung aller Lichtbereiche innerhalb eines Büros. Ziel ist nicht einfach eine möglichst hohe Helligkeit, sondern eine Beleuchtung, die zu den unterschiedlichen Tätigkeiten und Raumzonen passt.
Ein moderner Büroraum kann beispielsweise Schreibtische, Besprechungsplätze, Verkehrswege, Kommunikationszonen und Empfangsbereiche enthalten. Diese Bereiche stellen unterschiedliche Anforderungen an Lichtmenge, Lichtverteilung und Lichtwirkung.
Bürobeleuchtung ist deshalb übergeordnet zu verstehen: Sie verbindet die einzelnen Beleuchtungsaufgaben zu einem gemeinsamen Lichtkonzept.
Bürobeleuchtung und Arbeitsplatzbeleuchtung – was ist der Unterschied?
Welche Bereiche gehören zu einem Büro-Lichtkonzept?
Ein Büro sollte nicht als einzige gleichmäßig beleuchtete Fläche betrachtet werden. Unterschiedliche Zonen erfüllen unterschiedliche Funktionen und können deshalb auch unterschiedlich beleuchtet werden.
Welche Kriterien bestimmen gute Bürobeleuchtung?
Eine Bürobeleuchtung lässt sich nicht mit einem einzelnen Wert beschreiben. Unterschiedliche lichttechnische Eigenschaften wirken zusammen und müssen auf Raum und Nutzung abgestimmt werden.
Beleuchtungsstärke: im Büro zählt die jeweilige Sehaufgabe
Wie viel Licht benötigt wird, hängt von der jeweiligen Tätigkeit und dem betrachteten Bereich ab. Für typische gewerbliche Büroarbeitsplätze mit Schreiben, Lesen und Datenverarbeitung sind 500 Lux ein wichtiger Mindestwert.
Dieser Wert sollte jedoch nicht auf das gesamte Büro übertragen werden. Unterschiedliche Bereiche können unterschiedliche Anforderungen besitzen.
Wie Lux gemessen und eingeordnet wird, erklären die Lexikoneinträge Beleuchtungsstärke und Lux. Die konkrete Beleuchtung von Schreibtisch und Bildschirm wird unter Arbeitsplatzbeleuchtung behandelt.
Blendung gehört zur gesamten Raumplanung
Auch Blendung lässt sich nicht allein anhand eines einzelnen Produktwertes beurteilen. Leuchtenposition, Blickrichtung, Raumgeometrie, Helligkeitsverteilung und reflektierende Flächen wirken gemeinsam.
Der UGR-Wert ist eine wichtige Bewertungsgröße für psychologische Direktblendung bei Innenraumbeleuchtung. Eine Produktangabe wie „UGR < 19“ garantiert jedoch nicht automatisch, dass dieser Wert in jedem Büroraum erreicht wird.
Die technischen Hintergründe gehören deshalb bewusst in die Lexikoneinträge Blendung und UGR-Wert.
Tageslicht und künstliches Licht gemeinsam planen
Tageslicht ist ein wichtiger Bestandteil eines Büro-Lichtkonzepts, steht aber nicht konstant zur Verfügung. Tageszeit, Jahreszeit, Wetter, Fensterflächen und Raumtiefe verändern den natürlichen Lichteinfall.
Künstliche Beleuchtung ergänzt das vorhandene Tageslicht. Gleichzeitig kann Sonnenschutz erforderlich sein, wenn direkte Sonne oder sehr helle Fensterflächen die Arbeit beeinträchtigen.
Bei größeren Beleuchtungsanlagen können Präsenz- und Tageslichtsteuerungen eingesetzt werden, um künstliches Licht abhängig von Nutzung und vorhandenem Tageslicht zu steuern.
Direkte und indirekte Bürobeleuchtung
Büroleuchten können Licht direkt in den Raum beziehungsweise auf Arbeitsflächen abgeben oder Decken und Wände zur indirekten Raumaufhellung nutzen.
Direkt-/Indirekt-Leuchten verbinden beide Prinzipien. Ein Teil des Lichts wird auf den Arbeitsbereich gerichtet, während ein weiterer Anteil über Decke oder andere Raumflächen zur allgemeinen Helligkeitsverteilung beiträgt.
Welche Lichtverteilung sinnvoll ist, hängt von Raumhöhe, Arbeitsplatzanordnung, Oberflächen, Möblierung und gewünschter Lichtwirkung ab.
Besprechungsräume und Kommunikationsbereiche
Besprechungsräume benötigen ein anderes Lichtkonzept als ein reiner Schreibtischarbeitsplatz. Neben Unterlagen und Personen können Präsentationen, Displays und Videokonferenzen Teil der Nutzung sein.
Eine flexible Beleuchtung kann deshalb sinnvoll sein. Getrennte Schaltgruppen oder dimmbare Leuchten ermöglichen beispielsweise unterschiedliche Einstellungen für klassische Meetings, Präsentationen oder Videokonferenzen.
Bei Videokonferenzen sollte neben der horizontalen Beleuchtung auf Tisch und Unterlagen auch die Erkennbarkeit der Gesichter berücksichtigt werden.
Verkehrsflächen, Empfang und weitere Bürozonen
Nicht jede Fläche eines Büros ist ein Arbeitsplatz. Flure, Eingänge, Empfangsbereiche und Kommunikationszonen dienen unter anderem der Orientierung und Verbindung verschiedener Bereiche.
Ihre Beleuchtung sollte sich deshalb an der jeweiligen Nutzung orientieren und gleichzeitig in das gesamte Lichtkonzept passen. Große und abrupte Helligkeitsunterschiede zwischen angrenzenden Bereichen sollten bei der Planung berücksichtigt werden.
Bürobeleuchtung bei Bildschirmarbeit
Bildschirmarbeitsplätze sind ein wichtiger Teil vieler Büros, aber nur ein Teil des gesamten Büro-Lichtkonzepts. Fenster, Bildschirm, Arbeitsplatz und Leuchten sollten so angeordnet sein, dass störende Blendung und Reflexionen möglichst vermieden werden.
Die genaue Positionierung einer Schreibtischleuchte, die 500-Lux-Orientierung und die Vermeidung von Bildschirmreflexionen werden deshalb ausführlich im Lexikoneintrag Arbeitsplatzbeleuchtung behandelt.
Welche Lichtfarbe eignet sich für Büros?
Für Bürobeleuchtung gibt es keine einzige Farbtemperatur, die für jeden Raum und jede Nutzung vorgeschrieben oder optimal ist.
Die Lichtfarbe sollte zur Tätigkeit, Raumgestaltung, Nutzung und zum vorhandenen Tageslicht passen. Neutralweißes Licht wird häufig in Arbeitsbereichen verwendet, während andere Bürobereiche auch mit wärmeren Lichtfarben gestaltet werden können.
Bei Leuchten mit Tunable White kann die Farbtemperatur innerhalb des vom Produkt unterstützten Bereichs verändert werden. Grundlagen zu diesem Thema findest Du unter Farbtemperatur und Kelvin.
Welche Leuchten eignen sich für Bürobeleuchtung?
Die geeignete Leuchtenart hängt von Raumgröße, Decke, Arbeitsplatzanordnung und gewünschtem Lichtkonzept ab. Häufig eingesetzt werden beispielsweise:
- LED-Panels und flächige Deckenleuchten,
- Pendelleuchten und lineare Leuchten,
- Direkt-/Indirekt-Stehleuchten,
- Schienensysteme und Strahler für flexible Zonen,
- Schreibtischleuchten als individuelle Ergänzung.
Bei STM-Licht.de findest Du beispielsweise LED-Panels und weitere Innenleuchten. Ob eine konkrete Leuchte für ein Büroprojekt geeignet ist, sollte anhand ihrer technischen Daten und der tatsächlichen Raumplanung beurteilt werden.
Normen und Regeln für Bürobeleuchtung
Für gewerbliche Arbeitsstätten in Deutschland ist insbesondere die ASR A3.4 „Beleuchtung und Sichtverbindung“ relevant. Bei Bildschirmarbeit kommen zusätzlich die Anforderungen der ASR A6 „Bildschirmarbeit“ hinzu.
Für die professionelle Lichtplanung ist außerdem die DIN EN 12464-1 „Licht und Beleuchtung – Beleuchtung von Arbeitsstätten – Teil 1: Arbeitsstätten in Innenräumen“ eine wichtige technische Grundlage.
Dabei sollte Bürobeleuchtung nicht auf einen einzelnen Wert wie Lux, Kelvin oder UGR reduziert werden. Die Planung betrachtet Sehaufgabe, Umgebung, Raum, Blendung, Lichtverteilung, Farbwiedergabe, Tageslicht und weitere Qualitätsmerkmale gemeinsam.
Bürobeleuchtung planen: kompakte Übersicht
Bürobeleuchtung im Homeoffice
Auch im privaten Homeoffice sind die Grundprinzipien einer guten Bürobeleuchtung sinnvoll: ausreichend Raumlicht, gezielte Beleuchtung der Sehaufgabe, möglichst geringe Blendung und eine sinnvolle Nutzung des Tageslichts.
Ein einzelner Homeoffice-Arbeitsplatz ist jedoch kein vollständiger Büroraum. Die konkrete Beleuchtung von Schreibtisch, Monitor und Videokonferenz gehört deshalb fachlich zur Arbeitsplatzbeleuchtung.
Häufige Fragen zur Bürobeleuchtung
Was gehört zu einer guten Bürobeleuchtung?
Eine gute Bürobeleuchtung berücksichtigt das gesamte Lichtkonzept des Raumes. Dazu gehören Arbeitsplätze, Besprechungsbereiche, Verkehrsflächen, Tageslicht, künstliche Beleuchtung sowie Anforderungen an Beleuchtungsstärke, Blendung, Lichtverteilung und Farbwiedergabe.
Was ist der Unterschied zwischen Bürobeleuchtung und Arbeitsplatzbeleuchtung?
Bürobeleuchtung betrachtet den gesamten Büroraum mit seinen unterschiedlichen Zonen. Arbeitsplatzbeleuchtung konzentriert sich dagegen auf die konkrete Sehaufgabe am einzelnen Arbeitsplatz, beispielsweise Schreibtisch, Unterlagen und Bildschirm.
Wie viel Lux braucht ein Büro?
Es gibt keinen einzigen Lux-Wert für alle Flächen eines Büros. Für typische gewerbliche Büroarbeitsplätze mit Schreiben, Lesen und Datenverarbeitung sind 500 Lux ein wichtiger Mindestwert. Andere Bürobereiche können andere Anforderungen besitzen.
Muss eine Büroleuchte UGR kleiner oder gleich 19 haben?
Für typische Bildschirmarbeitsplätze ist eine geeignete Begrenzung der Direktblendung wichtig. Der tatsächliche UGR-Wert hängt jedoch von der gesamten Raumsituation und nicht nur von der Leuchte ab. Deshalb sollte eine einzelne Produktangabe nicht mit dem Ergebnis der vollständigen Lichtplanung gleichgesetzt werden.
Ist 4.000 Kelvin für Bürobeleuchtung vorgeschrieben?
Nein. Neutralweißes Licht um 4.000 Kelvin wird häufig in Büros eingesetzt, ist aber keine allgemeine Pflicht für jeden Büroraum. Die Farbtemperatur sollte zur Tätigkeit, Raumwirkung, Nutzung und zum vorhandenen Tageslicht passen.
Welche Rolle spielt Tageslicht im Büro?
Tageslicht ist Teil des gesamten Büro-Lichtkonzepts. Da sich seine Intensität im Tages- und Jahresverlauf verändert, ergänzt künstliche Beleuchtung das vorhandene Tageslicht. Sonnenschutz kann gleichzeitig notwendig sein, um störende Blendung oder Reflexionen zu begrenzen.
Verwandte Begriffe und Themen
- Arbeitsplatzbeleuchtung – Licht für die konkrete Sehaufgabe
- Beleuchtungsstärke – Lichtmenge auf einer Fläche
- Lux – Einheit der Beleuchtungsstärke
- Blendung – störende Helligkeiten und Reflexionen
- UGR-Wert – Bewertung psychologischer Direktblendung
- Farbtemperatur – Lichtfarbe in Kelvin
- Farbwiedergabe – natürliche Darstellung von Farben
- Tunable White – veränderbare Weißlichtfarbe
Stand: August 2026. Für gewerbliche Arbeitsstätten sind die jeweils geltenden arbeitsschutzrechtlichen Anforderungen zu berücksichtigen. Bei größeren oder komplexen Büroprojekten ersetzt dieser Lexikoneintrag keine fachgerechte Lichtplanung.